Sprachen

Vieles bekommen wir von der Natur mit.

Auch die meisten unserer Begabungen.

Zu ihnen gehört unser Vermögen, Sprachen zu erlernen.

Dabei ist die Muttersprache etwas besonderes.

Sie erlernen wir nicht, sie erwerben wir gewissermaßen.

Wir nehmen sie schon wahr, noch bevor unser Gehirn voll ausgebildet ist.

Die meisten von uns können ihre Muttersprache schon einsetzen, obwohl die Bedeutung der einzelnen Worte da noch nicht von uns selbst wirklich bewusst erklärt werden kann.

Sprachen sind also bevorzugtes Mittel unserer Spezies, sich auszudrücken und verstanden zu werden.

Aber allein die verbale Ausdrucksweise mittels Sprachen reicht uns nicht immer aus.

Wir verständigen uns in vielen wesentlichen Bereichen unseres Lebens sogar vor allem nonverbal.

Dazu gehören auch unsere Emotionen.

Sie können wir in Worte fassen, wirklich zum Ausdruck bringen können wir sie jedoch vor allem nonverbal durch Gesten oder eben durch Reaktionen.

Ob lachend, lächelnd, weinend, erschreckend oder mit einer versteinerten Mine, wir drücken unsere Emotionen zuerst und vorwiegend ohne viele Worte aus.

Bis zum Fassen dessen was geschehen ist, vergeht etwas Zeit.

Nonverbale Kommunikation aber geht meist sofort, denn wir können das nur sehr bedingt kontrollieren.

Diese Sprache ist gewissermaßen die Muttersprache aller Menschen.

In den letzten Jahrtausenden versuchten Menschen aller Kulturen, diese menschliche Muttersprache der Emotionen in Worte zu fassen.

Dabei entstanden Begriffe wie Liebe, Trauer oder auch Wut, Hass, Enttäuschung ... u.s.w.

in den verschiedenen Sprachen.

Das Wesen der Emotionen, welche hinter all diesen Worten stecken, ist dabei erstaunlich ähnlich, quer über den Globus.

Es gibt sie also, die Weltsprache.

Durch kulturelle Prägungen haben wir aber oft verlernt sie zu sprechen.

Wie gut es tut, seine nonverbale Muttersprache wieder zu entdecken, wird manchmal gerade in den bewegenden Momenten des Lebens deutlich.

Ein Mensch, der verliebt ist, wird das nur schwer verbergen können.

Ebenso ein Mensch, der trauert.

Aber wie oft wird genau das verlangt?

Im beruflichen wie im privaten Kontext soll diese menschliche Muttersprache oft nicht gesprochen werden.

Wir lagern Emotionen zu oft aus oder versuchen sie zu verstecken, denn es ist natürlich für unsere Mitmenschen nicht so leicht, darauf zu reagieren.

Eine angemessene Reaktion nämlich kann tatsächlich nicht nur eine verbale sein.

Ein "Herzliches Beileid" sagt kaum etwas aus.

Eine Umarmung, ein längerer Händedruck schon.

Nonverbales Sprechen braucht vor allem nonverbales Antworten.

Menschen, die diese nonverbale Muttersprache übersetzen, die braucht es dann ganz sicher auch.

Die Zeit, die vergeht bis wir wieder in der Lage sind das Geschehene zu begreifen, die geht vorüber.

Und dann brauchen Menschen echte Worte.

Nur so kann es gelingen, in unserem Bewusstsein verarbeiten zu können.

Liebe wächst, kann sie in passende Worte gefasst werden.

Trauer wird sanfter, findet sie Worte.

Beide unserer Muttersprachen sind entscheidend.

Jede zu ihrer Zeit.




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